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Heilpflanzenportrait: Augentrost – Euphrasia officinalis

Euphrasia-Wiese

Foto: Augentrost - Euphrasia officinalis - Copyright Weleda AG Schwäbisch Gmünd

Name: Euphrasia officinalis, im Volksmund auch „Augentrost“ genannt. Der wissenschaftli­che Name – Euphrasia – stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Frohsinn“ oder „Wohlbefinden. Die Namen  „Heuschelm“, „Milchdieb“ oder „Wiesenwolf“ deuten an, dass Euphraisa als Halbschmarotzer den Graswuchs mindert und damit die Nahrung des Weideviehs.

Botanische Familie: Scrophulariaceae (Braunwurzgewächse)

Beschreibung: Euphrasia ist eine zierliche, etwa 10-30 cm große einjährige Wiesenblume, die halbparasitisch auf Kräuter- und Graswurzeln wächst. Sie setzt sich mit ihren Saugwurzelfasern auf Graswurzeln fest und versorgt sich direkt von der mineralhaltigen Nährlösung der Gräser. Ungedüngte Magerwiesen und Weidenrasen bis 2300 m Höhe bilden den Lebensraum des Rachenblütlers, dessen dreilappige Unterlippe von einem kräftigen gelben Schlundfleck geziert ist. Der Rachen ist violett gezeichnet. Zahlreiche weißbläulich-violette Blütenblätter wachsen von Mai bis Oktober an verästelten Stängeln mit kleinen, gezähnten Blättern.

Heimat: Mittel-, West- und Südeuropa

Inhaltsstoffe: Euphrasia enthält unter anderem Flavonoide, Tannine und die Vitamine A und C

Wirkung: Euphrasia holt ihre Vitalkräfte auch aus ihrer Umgebung. Sie bildet in ihren grünen Blättern zwar selbst Chloro­phyll, wächst aber als Halbschmarotzer in die Wurzeln der sie umgebenden Gräser und Halme. Sie greift also in die Stoffwechselprozesse dieser Pflanzen ein, schwächt deren Vitalkräfte und nutzt sie für das eigene Wachstum. Diese besondere Eigenschaft macht sich die anthroposophische Medizin zu Nutze: Eine Augenreizung ist Zeichen einer erhöhten Stoffwechseltätigkeit in diesem Bereich. Euphrasia setzt hier regulierend an und lindert zu starke Durchblutungsprozesse im menschlichen Nerven-Sinnes-System. Entzündungstendenzen klingen ab, die Durchblutung des Körpers kommt wieder in Einklang. Euphrasia lindert zudem Schmerzen und wirkt ad­stringierend an der gereizten Bindehaut.

Volksmedizinische Indikationen: 1485 wird Euphrasia erstmalig als Heilpflanze erwähnt und seit Jahrhunderten bei Augenbeschwerden eingesetzt. Die Pflanze wurde traditionell angewendet: innerlich als Magenmittel, bei Husten und Heiserkeit, Heuschnupfen und Nebenhöhlenentzündung und bei Hautproblemen von außen sowie bei Augenbeschwerden.

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